Die alle drei Jahre stattfindende Vereinsreise der Musikgesellschaft Aadorf führte heuer
ins deutsche Bundesland Baden-Württemberg, wo man unter anderem in der Ortschaft
Lendsiedel das dortige Feuerwehrfest musikalisch umrahmte.

Wie kommt ein Thurgauer Musikverein dazu, in einem deutschen Provinznest namens
Lendsiedel der dortigen freiwilligen Feuerwehr musikalisch unter die Arme zu greifen?
Ganz einfach, in dem man über die dazu notwendigen persönlichen Beziehungen verfügt.
Schon vor langer Zeit hat nämlich die Bassistin der Musikgesellschaft Aadorf, Maren
Kauke, selbst aus Lendsiedel stammend, diesen Vorschlag eingebracht, die
entsprechenden Kontakte geknüpft und dann gleich auch den stets begehrten Auftrag
erhalten, die Reise im Detail zu organisieren.

Ferien auf Bauernhof
Als Unterkunft wurde für einmal nicht ein gewöhnliches Hotel gewählt, sondern die
Variante «Ferien auf dem Bauernhof» bevorzugt. Auf einem ehrwürdigen Gutshof, unter
anderem mit schwarzbunten Hochleistungskühen, die rund um die Uhr von einem
Melkroboter gemolken werden, konnte sich die Reisegruppe je nach Wunsch für drei Tage
in Einzel- oder Doppelzimmern sowie in Appartements einquartieren. Der prächtige
Gewölbekeller des Hofs ermunterte, dem speziellen Ambiente und der guten Akustik
wegen, eine kleine Gruppe, gleich schon am ersten Abend mit Stehgreif-Darbietungen die
Reise so richtig einzuläuten.

Tourismusgebiet Hohenlohe

Der zweite Tag war für den Besuch einiger touristischer Sehenswürdigkeiten reserviert. So
begab man sich nach Wackershofen, wo ein gepflegtes Freilichtmuseum à-la Ballenberg
die Lebensweisen, wie sie in der Region Hohenlohe vor hunderten von Jahren
vorherrschten, thematisiert. Anschliessend fuhr die Gruppe ins historische Städtchen
Schwäbisch-Hall, bevor man den Nachmittag im Rahmen der Gartenbauausstellung in
Langenburg verbrachte. Die besonders aktiven Reiseteilnehmer wagten sich dabei in den
Waldklettergarten und erkundeten in luftiger Höhe, aber stets doppelt gesichert, das
Forstwesen der Fürsten von Hohenlohe, deren bekanntestes Exponat, der eher mässig
talentierte Skirennfahrer Prinz Hubertus, allerdings nicht zugegen war.

Konzert als Höhepunkt
Am späteren Samstagabend besuchten einige hart gesottene Vereinsmitglieder die quasi
als Warm-Up zum eigentlichen Feuerwehrfest angesagte Disco-Party im Festzelt auf dem
Lendsiedler Dorfplatz. Der auflegende Diskjockey vermochte jedoch trotz voll
aufgedrehten Lautsprecherboxen nicht jenen «Party-Alarm» zu erzeugen, wie dies tags
darauf der Musikgesellschaft Aadorf im vollbesetzten Festzelt mit ihrem Konzert gelang.
Der nahezu in Vollbesetzung musizierende Verein unter der Direktion von Marco
Frischknecht, unterstützt von einem Dutzend mitgereisten Sekundanten, begeisterte das
Publikum derart, dass man sich nur nach der Darbietung mehrerer Zugaben
verabschieden konnte. Dass der Rückreisefahrplan darob aus den Fugen geriet, war nur
eine der logischen Folgen davon.
Die Musikgesellschaft Aadorf kann auf eine gelungene Vereinsreise zurückblicken, die den
Zusammenhalt weiter förderte und dem Vereinsleben wieder frische Impulse geben
konnte.

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Die Musikgesellschaft Aadorf beim Konzert in Lendsiedel.