Tagblatt Online, 22. November 2011 01:08:40

Ein Jahr Aadorfer Vielfalt

Am Samstag beendete ein festliches Konzert den Zyklus «1125 Jahre Aadorf». Der Gemeindeammann will, dass sich die Gemeinde künftig zusammenrauft.

KURT LICHTENSTEIGER

AADORF. «Dem Motto des Jubiläumsjahres <Vielfalt in der Gemeinschaft> konnten wir vollends gerecht werden», sagt OK-Präsident Hans-Peter Meier. Musikalisch sei das Festjahr eingeleitet worden, gefolgt von einer Wanderausstellung, den Midnight Sports, dem Badifest und dem slowUp. «Unsere Zielsetzung war, mit sportlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen allen Generationen mit ihren unterschiedlichen Vorlieben etwas zu bieten.» Einen Beweis für diese Vielfalt lieferten am Samstag die musikalischen Vereine aus der Gemeinde im prallgefüllten Kultursaal des Gemeindezentrums: Der Jugendchor Tänikon, die Musikgesellschaft Aadorf, der Gemischte Chor Aawangen/Häuslenen, der Männerchor Guntershausen, die Männerchorgemeinschaft Ettenhausen/Aadorf, das Jugendorchester JOE und die Bürgermusik aus Ettenhausen.

Aadorf hat die Nase vorn

Regierungsratspräsident Kaspar Schläpfer wandte sich mit tiefschürfenden und launigen Grussworten an die rund 500 Zuhörenden. Aadorf habe in verschiedener Hinsicht die Nase vorn, so etwa in einer Geschichtsschreibung, verfasst von Johann Nater und Albert Knöpfli, wie sie in diesem Umfang keine andere Gemeinde vorweisen könne. Zuvorderst sei Aadorf nun auch im Hinterthurgau, wiewohl es die Gemeinde blendend verstehe, auf den Grenzen zu tanzen, und dies ziemlich virtuos und erfolgreich. «Die Gegenwart ist ja immer die Grenze zwischen dem Respekt vor der Vergangenheit und dem Vertrauen in die Zukunft», sagte Schläpfer.

Grossratspräsident lobt Vereine

Grossratspräsident Peter Kummer war sichtlich angetan von der starken Dorfgemeinschaft, die nicht zuletzt von den über 100 Vereinen getragen werde. Er gratulierte zum gut funktionierenden Miteinander. Gemeindeammann Bruno Lüscher hielt sich nicht lange an der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 886 auf, die auf einer Schenkung von Vermögenswerten basiere. «Ich hoffe, dass dem so war.» Bis 1995, nämlich 192 Jahre, habe die Munizipalgemeinde mit den fünf Ortsgemeinden in einer Art Konkubinat gelebt. In den vergangenen 16 Jahren habe die geschlossene Ehe jedoch einige Kratzer abgekriegt. «Ich erwarte, dass sich die Dörfer zusammenraufen und die Zusammengehörigkeit leben. Wir wohnen nämlich in einer super Gemeinde. Ich will, dass es so bleibt.»

Das mit Inbrunst gesungene Thurgauerlied, begleitet von den Musikvereinen, leitete zu einem von der Politischen Gemeinde offerierten Apéro über.