Tagblatt Online, 14. April 2008 01:30:00 «Souvenirs» – klangvolle Erinnerungen Unter dem Motto Souvenirs bot die Musikgesellschaft Aadorf einen musikalisch und gesellschaftlich reichen Abend im vollen Saal desGemeindezentrums. Aadorf – Die Abendunterhaltung der Musikgesellschaft Aadorf stand am vergangenen Samstag unter einem guten Stern. Eine Gruppe junger Vereinsmitglieder hat es diesmal übernommen, das Abendprogramm zu gestalten, und sie durfte auf den Erfolg stolz sein. Das Motto Souvenirs bezog sich ganz klar auf die Musikwahl, die das Publikum in Ferienstimmung versetzen sollte. Die übrige Gestaltung des Abendprogramms enthielt jedoch viel Neues. Nach dem Musikteil konnten sich die Gäste in eine grosse Kaffeestube oder in die Caribbean-Bar zurückziehen, was denn auch in grossem Umfang benützt wurde. Anstelle einer Tanzmusik bot anschliessend DJ Roger ein Unterhaltungsprogramm für die Nachtvögel an. Musikalische Ferienreise Hauptattraktion war jedoch das musikalische Programm. Das Publikum ging mit musikalischen Erinnerungsstücken auf eine Reise und bekam eingängige, meist wohlbekannte Melodien zu hören. Darunter befanden sich einige recht originelle Arrangements. Im Schottisch «Urnerbodä-Kafi» spielten zwei Klarinetten die Ländlermelodie, während das übrige Blasorchester moderne Weisen unterlegte. Nach einem besinnlichen «Bozner Marsch» ging es in den kalten Osten. In «Lara’s Theme From Dr. Zhivago» bot das Korps einen eindrücklichen Beweis seines Könnens. Die sentimentale Komponente schien den Musizierenden sehr gut zu liegen. Eine besondere Art von Feriengefühlen brachten die «Winterstürme» des Tschechen Fucik. Neben klirrendem Frost und Pfeifen des Windes war auch viel melancholische Winterstimmung zu hören. Eindrückliche Solisten Im zweiten Teil fühlte man sich in einem Potpourri mit Melodien von Nana Mouscouri und Alexis Zorbas auf eine griechische Insel versetzt und durfte sich der Musik hingeben. Das Orchester spielte mit Begeisterung, sehr farbenreich und einfach schön. Eindrücklich waren die Soli der Posaunen und Cornets sowie die ausgeglichene Temposteigerung im Schlussteil. Mit einem anhaltenden Applaus verdiente sich das Publikum dieses Stück am Ende nochmals als Zugabe. Eine musikalische Weltreise mit Blasmusik muss auch über Amerika führen. So stand mit einem «Samba Tramba» noch ein modernes, fetziges Stück an, bei dem Paul Fässler mit der Soloposaune glänzte. Und im letzten Werk war ein perfektes Saxofonsolo voll Hingabe zu hören. Das auf 40 Musizierende verstärkte Orchester bot unter der sicheren Direktion von Karl Waldvogel eine eindrückliche Gesamtleistung, die vom Publikum auch entsprechend honoriert wurde. Der routinierte Moderator Andi Marti führte mit Witz und Humor auf angenehme Weise durch den Abend, und am Schluss waren lauter zufriedene Gesichter zu sehen. lAUGUST OTT Quelle: Thurgauer Tagblatt, online