Geglückter «Salto»

Unter dem Motto »Salto musicale» lud die Musikgesellschaft Aadorf am vergangenen Samstag zu ihrem jährlichen Unterhaltungsabend ein. Der an sich gefährliche Salto gelang ausgezeichnet, die abwechslungsreiche Musik wusste zu begeistern.

Mit «Salto musicale» wollte die Musikgesellschaft Aadorf durch musikalische Sprünge, abwechslungsvolle Literatur und zuweilen artistische Solis die Zuhörerschaft begeistern. Die vielen positiven Reaktionen nach dem Konzert lassen darauf schliessen, dass dieses Vorhaben von den knapp 40 Musikantinnen und Musikanten des Vereins auch in die Tat umgesetzt werden konnte.

Erster Auftritt von «dynamic»

Die im August letzten Jahres gegründete Jugendband «dynamic» hatte, quasi als Vorgruppe, dabei ihren ersten öffentlichen Auftritt. Das 5-köpfige Ensemble, es steht wie die Musikgesellschaft unter der Leitung von Marco Frischknecht, spielte mit «Seaside Calypso» und «Limbo Rock» zwei Stücke aus dem sich stetig vergrössernden Repertoire. Es war unverkennbar, wie die Nervosität nach dem erfolgreichen Ersteinsatz einem entspannten Lächeln auf den Gesichtern der Jugendlichen wich. Eine vom Publikum energisch geforderte Zugabe war daher das logische Resultat.

Teilnahme am EMF

Die Musikgesellschaft Aadorf nimmt heuer, nach über 60-jähriger Abstinenz, wieder einmal an einem eidgenössischen Musikfest (EMF) teil. Ende Juni wird der Verein in St. Gallen in der dritten Stärkeklasse antreten. Das Selbstwahlstück «Pompeji» für diesen Wettbewerb stand dann auch als Höhepunkt im ersten Konzertblock auf dem Programm. Mario Bürki orientierte sich bei der Komposition dieses Werks am gleichnamigen Roman von Robert Harris und versuchte, die Geschichte des Seefahrers Attilius und seiner Geliebten Corelia, die sich während des Ausbruchs des Vulkans «Vesuv» im Städtchen Pompeji aufhielten, musikalisch umzusetzen. Das teilweise recht dünn und durchsichtig instrumentierte Musikstück verlangte vom Verein höchste Konzentration. Die rhythmisch gar nicht einfachen Passagen zu Beginn wurden ansprechend gemeistert, wenn gleich ein gewisses Optimierungspotenzial festzustellen war. Mit der Zeit gewann der Vortrag an Volumen, ein Erdbeben und der explodierende Vulkan sowie der darauffolgende Untergang von Pompeji waren deutlich zu erkennen.

Begeisternde Solis

Im Zentrum des abwechslungsreichen Programms standen diverse Solo-Darbietungen. So präsentierten sich das Querflötenquartett mit Susanne Flatz, Tanja Hauser, Raphaela Stutz und Richard Frischknecht mit «Flying Flutes» und die beiden Solo-Trompeter Ruth und Hans Keller mit dem «Dolomiten-Zauber». Das Posaunenregister mit Caroline Buess, Hubert Bürgisser, Stephan Zehnder und Paul Fässler liess bei der Komposition «Funny Slides» mit den zahlreichen Glissandi keine Wünsche offen und das Schlagwerk (Anita Mazenauer, Markus Ronner, Marcel und Robin Schöni) konnte mit «Fascinating Drums» sein perkussionistische Virtuosität an den Tag legen.

Solistischer Höhepunkt war jedoch die Xylophon-Darbietung von Robin Schöni. Unlängst hat das Nachwuchstalent den Aadorfer Anerkennungspreis in der Sparte «Kultur» gewonnen und konnte sich dafür mit dem Stück «Ungarische Weisen» quasi revanchieren. Das auswendig vorgetragene und rund sieben Minuten dauernde Solo wurde vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus verdankt.

Von traditionell bis modern

Das Unterhaltungskonzert der Musikgesellschaft Aadorf zeigte einmal mehr auf, in welch breitem musikalischen Spektrum sich heute eine Blasmusik bewegt. Nebst Marschmusik wie «Revuezauber» oder «Fly Past» standen auch klassische Werke wie der «Second Waltz» von Dimitri Schostakowitsch oder die bekannten Schlager «Danke schön», «Rote Lippen soll man küssen» und «Schöner Gigolo, armer Gigolo» auf dem Programm. Mit «Bem-ti-vi» wurde gar ein Werk gespielt, dass Elemente traditioneller Marschmusik mit brasilianischen Samba-Rhythmen gekonnt verband.

Verdienter Dank

Dirigent Marco Frischknecht hat es verstanden, den Verein sicher durch die Klippen, die bei einem Konzert stets vorhandenen sind, zu führen. Die gewählten Tempi entsprachen wohl den Vorstellungen der Komponisten, überforderten aber auch das Korps nicht, so dass die Vorträge harmonisch und rhythmisch wirkten. Die Bässe sorgten für das notwendige Fundament, auf dem das gut besetzte hohe Sopran-Blech und das filigran wirkende Holz aufbauen konnte. Das Moderatoren-Duo Maren Kauke und Roman Engeler sowie Vereinspräsident Arthur Frischknecht durften zum Schluss dem seit drei Jahren als Dirigent wirkenden Marco Frischnkecht denn auch einen verdienten Dank aussprechen