«Pacis Valley» als Höhepunkt

Unter der Leitung von Marco Frischknecht begeisterte die Musikgesellschaft Aadorf am zweiten Adventssonntag das Publikum mit einem feinen Konzert in der evangelischen Kirche Aadorf. Den Anfang machte aber die Jugendband «dynamic».

AadorfMit den drei Stücken «Let me entertain you», «Frosty – the Snowman» und «White Christmas» eröffnete die Jugendband «dynamic» gefühlvoll den Konzertabend. Wer jedes Jahr das Konzert der Musikgesellschaft Aadorf in der Kirche besucht, konnte sich selbst davon überzeugen, dass die noch junge Band stetig an Mitgliedern gewinnt und auch an Qualität zulegen kann.

Danach war es dann die Musikgesellschaft Aadorf, welche die Kirche mit einem gewaltigem Klangvolumen zu bereichern wusste: «Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre» von Ludwig van Beethoven wurde majestätisch vorgetragen. Roman Engeler moderierte wie immer durch das Programm und vermittelte interessante Geschichten zu den vorgetragenen Werken.

Beim «Neapolitanischen Liedchen» von Pjotr Iljitsch Tschaikowski waren wohl viele Konzertgäste verwundert, dass es im wahrsten Sinn des Wortes ein «Liedchen» und nicht ein Lied war. Genau so kurz wie das Stück eben ist, wurde es auch mit einer Prise Humor vorgetragen. Eine skurrile Erbschaftsgeschichte vertonte der Komponist Giaccomo Puccini in seiner Oper «Gianni Schicchi», woraus die Musikgesellschaft gefühlvoll die bekannte Arie «O Mio Babbino Caro» vortrug. Mit «Swing Dance oft the Hours» zeigten Dirigent Marco Frischknecht und seine Musikanten einmal mehr, wie vielseitig Blasmusik sein kann.

«Pacis Valley», vom Belgier Ben Haemhouts komponiert, bildete den Konzerthöhepunkt. Der Titel des Werkes stammt aus dem lateinischen «Vallis Pacis» (Tal des Friedens). Im 16. Jahrhundert wurde das flämische Dorf Heindonk von zwei Naturkatastrophen heimgesucht. Die gesamte Komposition basiert auf diesen beiden katastrophalen Ereignissen, die musikalisch in das Werk eingeflochten wurde. Entsprechend melancholisch, aber mit harmonischen Moll-Klängen präsentierte sich der Einstieg. Die volle Dramaturgie der ersten Überschwemmung kam der Zuhörer deutlich zu hören. Anschliessend keimte Hoffnung auf, die Stimmung wurde fröhlich, ja fast übermütig, bevor abermals das melancholische Hauptthema dominierte und die zweite Katastrophe ankündigte. Mit einem bombastischen Finale, vom Verein klangmässig aufgrund der akustischen Rahmenbedingungen nicht voll ausgereizt, endete das zehnminütige Werk. «Stål Himmel», eine Komposition des Schotten von Alan Fernie, und, passend zur Adventszeit, «Happy Christmas» von John Lennon, bildeten den Schluss des gefälligen Konzerts. Entlassen wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer mit dem von der Jugendband «dynamic» und der Musikgesellschaft gemeinsam vorgetragenen «Stille Nacht».

Roman Engeler