Grosser Erfolg in Chur

Die Musikgesellschaft Aadorf nahm am vergangenen Wochenende als Gastverein beim diesjährigen Bündner Kantonalmusikfest in Chur teil und durfte mit dem erreichten Ergebnis mehr als zufrieden sein. Vor allem beim nicht einfachen Aufgabenstück «Antruras» resultierte ein Spitzenresultat.

Zu Beginn der Expedition nach Chur musste die Musikgesellschaft Aadorf aber noch eine Hiobsbotschaft verdauen, fiel doch aus gesundheitlichen Gründen eine wichtige Stimme im Perkussionsregister kurzfristig auf. Am Vorabend konnte die Musikkommission zwar die Verpflichtung eines Ersatzspielers (aus den Reihen eines ebenfalls teilnehmenden Vereins) vermelden, doch untersagte dessen Vereinsdirigent am frühen Samstagmorgen per SMS sein Mitspielen – schade und auch etwas unfair.

In Chur angekommen ging es zuerst direkt ins Einspiellokal, wo Dirigent Marco Frischknecht noch einmal einige kritische Passagen hören, vor allem jedoch die Intonation ein letztes Mal abstimmen wollte. Sowohl das Selbstwahlstück «Adventure» wie auch das im Vorfeld von verschiedenen Vereinen als zu anspruchsvoll kritisierte Aufgabenstück «Antruras», das vom Bündner Komponisten Gion Andrea Casanova eigens für dieses Musikfest komponierte wurde, konnten die Aadorfer dann im gleichen Saal, nämlich im Churer Theater mit seiner grosszügig dimensionierten Bühne aufführen.

Konzertmusik

Die Musikgesellschaft stieg mit dem Selbstwahlstück «Adventure» des deutschen Tonschöpfers Markus Götz in den Wettbewerb ein. Der Vortrag gelang auf den ersten Blick recht gut, doch waren den Experten gewisse Fehlgriffe, was punktuell zu etwas unreinen Akkorden führte, nicht verborgen geblieben. Zudem war wohl aus Sicht der kritischen Jury nicht das ganze, mögliche Spektrum der Dynamik ausgeschöpft worden. Die Musikgesellschaft musste sich mit 73 Punkten (von 100 möglichen) zufrieden geben.

Nach dem Vorbereitungskonzert haben die Aadorfer Musikantinnen und Musikanten nochmals intensiv am Selbstwahlstück «Antruras» gefeilt. Dieses Werk mit seinen vielen verschiedenen Taktarten und Rhythmuswechseln forderte nicht nur höchste Konzentration von Korps und Dirigent, sondern aufgrund seiner für die dritte Stärkeklasse übermässig langen Dauer von zwölf Minuten auch einiges an Stehvermögen. Abgesehen von wenigen Kratzern war man im Verein mit dem Dargebotenen doch überaus zufrieden und mit 82.33 Punkten resultierte diesbezüglich auch ein absolutes Spitzenergebnis. Das Gesamtergebnis reichte zum guten 2. Platz in der Kategorie «Harmoniemusik».

Marschmusik

Weiter – mit Unterstützung der Tambouren-Gruppe des Frauenfelder Jugendmusikkorps – ging es dann zur Marschmusik auf der festlich geschmückten Grabenstrasse in der Churer Innenstadt. In dieser Disziplin haben die Aadorfer bei den letzten Wettbewerben nicht eben brillieren können. Mit dem Marsch «Casaulta» des Bündner Komponisten Oscar Tschuor und einer leicht modifizierten Aufstellung war trotz der witterungsbedingt wenigen Marschmusikproben ein Aufwärtstrend nicht zu übersehen. Der Lautsprecher verkündete 61.25 Punkte (von 80 möglichen) aus dem Jurywagen, was in der Endabrechnung einen Platz im Mittelfeld ergab.

Zufrieden mit dem Erreichten konnte der Verein das Musikfest am Nachmittag in gelöster und aufgeräumter Stimmung geniessen, unter anderem mit einem Konzert im Festzelt, bevor dann am Abend die gemeinsame Heimfahrt mit dem Bus anzutreten war.

Autor: Roman Engeler